SAP Fiori 3.0 – Der intelligente Anstrich für intelligente Anwendungen

Ahoi Matrosen! Wir wollen einen Blick in die Zukunft wagen. Auf den letztjährigen SAP TechEd Veranstaltungen wurde nämlich der nächste Schritt im UX- bzw. Frontend-Bereich vorgestellt – SAP Fiori 3.0

SAP Fiori 3.0 löst seinen Vorgänger SAP Fiori 2.0 ab, der seit etwa Anfang 2016 im Einsatz ist. Mit der Ablösung können sich SAP Enduser, aber auch wir als Entwickler, auf eine neue Gestaltung der SAP Oberflächen freuen. Was das genau bedeutet möchte ich kurz umreißen. Also Rettungswesten an und weiterlesen:

Was bleibt?

Nur weil etwas neues kommt muss das alte nicht komplett entsorgt werden. Wie zuvor auch basieren die Frontend Anwendungen weiterhin auf dem SAP Fiori Prinzip und den Fiori Design Guidelines. Diesen liegt auch immer noch die SAPUI5-Bibliothek zu Grunde, die mittlerweile in Version 1.62.0 (Stand 21.02.2019) angekommen ist.

Wie in SAP Fiori 2.0 schon gelebt bleiben die Design Prinzipien erhalten: Role-Based (Rollenbasiert), Delightful (Entzückend, mehr oder weniger), Coherent (Einheitlich), Simple (Einfach) und Adaptive (Anpassungsfähig).

Auch das Launchpad bleibt als zentraler Zugriffspunkt zu den Anwendungen. Aber es wandelt sich. Was das genau bedeutet und was sonst noch neu ist:

Was ist neu?

Harmonisierung ist ein großes Stichwort. Die SAP spricht hier von aufräumen oder Altlasten ausmerzen. Viele unterschiedliche Anwendungen haben zurzeit noch viele unterschiedliche User Experiences. Der Weg in SAP Fiori 3.0 geht dahin, dass diese vereinheitlicht werden. Bisher, das musste die SAP sich selbst eingestehen, ist das “Coherent” aus den Design Prinzipien noch nicht wirklich gelungen.

Ein Beispiel für die Harmonisierung lässt sich bei der neuen Gestaltung der Shell-Bar aus den verschiedenen Anwendungen erkennen:

Darüber hinaus finden Vereinheitlichungen hinsichtlich weiterer Punkte statt. Dazu gehören: Layouts, Aktions-Platzierungen (in Neu-Deutsch: Button-Platzierung), Terminologie, Farben, Schriftarten, Icon Sets und weitere, kleinere Aspekte.

Aber Harmonisierung ist nicht alles. Vor allem zwei Neuerungen in SAP Fiori 3.0 haben es in sich. Auf diese möchte ich daher auch etwas detaillierter eingehen.

Cards anstatt Tiles

In Zukunft bekommt das Fiori Launchpad ein ganz neues Gesicht: aus Tiles werden Cards. Die zentrale Motivation dahinter ist, dass durch Cards deutlich mehr Informationen direkt im Launchpad angezeigt werden können. Dies ist vor allem aus konkreten, fachlichen Anforderungen der Kunden gewachsen. Vielen Nutzern des Launchpads reichten die Auskunftsmöglichkeiten auf den Tiles nicht aus.

Während man bei Tiles beschränkt war auf 1×1 große bzw. 1×2 große Kästen, auf denen man all seine Informationen unterbringen musste, können Cards beliebig groß und beliebig gestaltet werden. Es ist Platz für Tabellen, Grafiken, weiterhin wichtige KPIs und andere Controls, alles aber völlig frei gestaltbar.

Die Cards werden in zwei Phasen ausgerollt. In Phase 1 wird es möglich sein alles das oben Beschriebene zu realisieren. Phase 2 geht dann sogar noch einen Schritt weiter: hier wird es konkret möglich sein, Workflow-Aktionen direkt über Cards anzustoßen ohne in die eigentliche Anwendung navigieren zu müssen.

SAP CoPilot

Der SAP CoPilot ist in Fiori 3.0 keine wirkliche Neuerung. Schon mit Fiori 2.0 konnte der CoPilot als persönlicher Assistent im Launchpad eingerichtet werden. Dort war bzw. ist er als eine Art Popup (oder PopOver) im Launchpad anzeigbar. Es wirkte fast so wie ein kleines AddOn zum Launchpad, zwar dabei, aber nicht komplett integriert.

Der eigentliche Grund aber, dass er in meinem Artikel trotzdem eine eigene Überschrift bekommt ist der, dass ihm eine sehr viel prominentere Rolle zugedacht wird.

In Fiori 3.0 ist der SAP CoPilot ist nicht länger ein gefühltes Add-On sondern ein zentraler Bestandteil des Launchpads. Dies äußert sich u.A. durch folgende Punkte:

  • Der CoPilot wird per Navigation auf seiner eigenen View und unter voller Nutzung der Fensterbreite angezeigt
  • Der CoPilot kann alternativ zum Launchpad als Einstiegsseite verwendet werden
  • Aus dem Launchpad ist der CoPilot direkt über die Shell-Bar-Mitte zu erreichen

Das höhere Ziel der SAP geht sogar noch einen Schritt weiter. Dort ist der Gedanke, dass der CoPilot das einzig digitale System für den Enduser wird (“Make CoPilot that one digital system for enduser”), was so viel bedeutet wie: Alles was du brauchst und benutzt erreichst du in Zukunft über den CoPilot.

Meiner Ansicht nach sehr schön gestaltet ist, dass als Antwort auf einfache Fragen (die im Fließtext und auch per Sprachsteuerung eingegeben werden können) nicht nur textliche Antworten sondern je nach Kontext Teile von Apps, Grafiken, Workflow-Aktionen, o.Ä. als Antwort ausgegeben werden. Der Enduser muss so nicht erst mühselig in die entsprechende Anwendung, den gesuchten Fall erneut heraussuchen und bearbeiten sondern kann diesen direkt über eine Aktion in der Antwort auf seine Frage im CoPilot erledigen.

Wer tieferes Interesse an dem CoPilot hat sollte sich auf jeden Fall den Beitrag meines Kollegen Sebastian Garms zum Thema SAP CoPilot zu Gemüte führen. Dort wird das ganze Thema sehr anschaulich konkretisiert.

Zusammenfassung

Einmal zusammengefasst bietet SAP Fiori 3.0 folgende Kernpunkte:

  • Harmonisierung
  • Vereinheitlichung Shell-Bar und Menü
  • Cards anstatt Tiles
  • SAP CoPilot mit neuer, zentraler Rolle im Launchpad

Bleibt nur noch die Frage: Wann kommt denn jetzt Fiori 3.0?
Hier hält sich die SAP noch etwas bedeckt. Auf den letztjährigen SAP TechEd Veranstaltungen wurde ein Zeitraum rund um die SAPPHIRE 2019 genannt. Das würde bedeuten, dass wir uns auf ein Release im Mai einstellen können (Die SAPPHIRE findet vom 07.05. – 09.05.2019 in Orlando statt)

Anstehendes Webinar am 21.03.2019

Weitere Infos zu Fiori 3.0 und dem SAP CoPilot gibt es zudem bei unserem nächsten Webinar “Abheben mit der SAP Cloud Platform – der Weg zum intelligenten Unternehmen” am 21.03.2019 ab 13:00 Uhr. Ein zentraler Bestandteil dieser Veranstaltung wird eine Demo des SAP CoPilots mit samt seiner gesamten Konfiguration sein. Schaut auf jeden Fall mal rein und meldet euch ganz unverbindlich an.

Soweit erst mal! Dann bleibt mir nur noch zu sagen: “Kiek mol wedder inn!”

Update (02.05.2019)

Mit SAPUI5 1.65 wurden die ersten Fiori 3 Elemente ausgeliefert.

In diesem Blog-Beitrag lest ihr, wie sich die Controlls und das brandneue Theme “Quartz” schlagen!

Schon gesehen?

Arbeiten als SAPUI5-Entwickler bei Acando

Über den Autor

Sebastian Kielhorn

Sebastian ist als SAP new Technology Berater bei Acando seit 2014 aktiv im Einsatz. "Mein Antrieb ist, dass sich mehr und mehr Firmen und Menschen mit den neuen SAP Technologien auseinandersetzen, damit sie von ihren zahlreichen Vorteilen profitieren können!"

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