Warum auch du die SAP Cloud Platform nutzen solltest

Die SAP Cloud Platform (SCP) schwirrt nun schon seit einiger Zeit im SAP Umfeld herum. Viele fragen sich: Was hat es damit auf sich? Muss ich das nutzen? Was bringt mir das? Oder auch ganz ähnliche Fragen.

In diesem Artikel möchte ich darlegen, warum aus meiner Sicht an der Nutzung der SAP Cloud Platform kein Weg vorbeiführt und warum jedes Unternehmen daran denken sollte, sich schon jetzt damit zu beschäftigen.

Die Kommandozentrale deines Unternehmens

Wir alle kennen das Bild – Ein futuristisches Flugobjekt im Orbit, viele Lichtjahre von der Erde entfernt. Ein Mann auf einer sogenannten Brücke, der dort mit allen relevanten Informationen versorgt wird. Auf Basis dieser Informationen trifft der Mann Entscheidungen, die sofort in Aktionen umgesetzt werden.
Klingt vertraut? Gut möglich, denn ich rede hier von der U.S.S Enterprise und ihrem Kapitän Jean-Luc Picard
(Anmerkung von mir: Als Millenial ist mir Patrick Stewart hier präsenter als William Shatner)

Was hat das ganze jetzt mit der SAP Cloud Platform zu tun? Erst mal natürlich überhaupt nichts. Auf den zweiten, den funktionalen Blick sieht das dann aber gleich ganz anders aus. Denn die Funktion, die die Brücke auf der U.S.S Enterprise wahrnimmt ist mit der Funktion der SCP in einem Unternehmen vergleichbar. Der Ort, an dem alle Informationen verfügbar sind (SCP Integration und Analytics) und der Ort, über den sich alle Befehle steuern lassen (SCP Portal Service, Zugriff auf die angebundenen Systeme, User- und Berechtigungssteuerung über Identity Authentication Service, etc.)

Um euch diesen Vergleich näher zu bringen lasst uns das doch noch ein bisschen genauer betrachten.

Offenheit der Platform – Arbeiten über Anwendungsgrenzen hinweg

Eine Brücke verbindet laut Definition zwei Objekte, die von einem natürlichen oder künstlichen Hindernis getrennt sind. Die Funktion der SAP Cloud Platform in einem Unternehmen geht bzw. kann noch viel weiter gehen als das: Sie verbindet nicht nur zwei Objekte miteinander, sondern bietet die Möglichkeit, Verbindungen zwischen allen Systemen und Anwendungen herzustellen, die man sich vorstellen kann.

Um sich das anschaulich zu machen kann man sich eine netzartige Brücke vorstellen. Ich komme auf dieser Brücke nicht nur überall hin, ich kann auch entscheiden, ob ich Fahrrad fahre, das Auto nutze oder aber eine Wasserrutsche installiere, um an mein Ziel zu kommen. Zugegeben, letzteres ist vielleicht nicht ganz so trickreich, aber die Möglichkeit besteht.

Möglich macht das die Offenheit der Platform. Dies ist ein wiederkehrendes Credo, das von der SAP propagiert wird. Einerseits bedeutet das, dass man alle Anwendungen und Systeme, die bei einem selbst im Unternehmen genutzt werden, an diese Brücke anschließen kann. (Ich komme überall hin) Zum anderen bedeutet das aber auch, dass ich frei bin, wie ich mich auf dieser Brücke bewege. (Thema Wasserrutsche)

Die Offenheit kann ich aber genauso gut einschränken. Ich entscheide, ob ich nur einzelne Funktionen teilen möchte (Stichwort Function-as-a-Service) oder aber, ob ich ganze Anwendungen zur Integration meiner System SCP entwickle und auf der SCP platziere (Stichwort Bring-your-own-language). Ich kann weiterhin sowohl on Premises als auch andere Cloud Infrastrukturen nutzen und diese an die SCP anbinden. (Stichworte SCP Integration und Multi Cloud)

Die Möglichkeiten sind hier so vielfältig, dass ich nur die paar Beispiele kurz erwähnen möchte. Das, was es zu wissen gibt, würde ich so zusammenfassen: “Alles ist möglich! Die Grenzen werden nur durch die eigene Vorstellungskraft erzeugt.”

Analytics, Machine Learning und Artificial Intelligence – Jean-Luc Picard geht von Bord

Man stelle sich vor, die Brücke ist unbesetzt und die U.S.S. Enterprise fliegt trotzdem unfallfrei und unter Lösung aller Probleme weiter. Ein Szenario, das zum Teil möglich wird, wenn wir uns in die Gebiete Analytics, Machine Learning (ML) und Künstliche Intelligenz (KI).

SAP Leonardo ist der Überbegriff für Technologien, die im Kontext des intelligenten Unternehmens auch die intelligent Technologies genannt werden.

Über die SCP können diese in den eigenen Anwendungen genutzt werden. Was kann das bedeuten? Ich würde sagen: Schlauere Anwendungen, intuitivere Benutzung von Anwendungen, die richtige Information zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle, weniger banale, manuelle Tätigkeiten, und noch viele, weitere Verbesserungen.

Was bedeutet das nicht? Eine vollständige Automatisierung. Diese kann auch weder wirklich gewollt sein, noch, ist sie technisch möglich. Es braucht weiterhin Menschen, die den Maschinen sagen, was sie zu tun haben. Es braucht weiterhin Menschen, die die Prozesse überwachen müssen. Die selbst denkenden Maschinen sind dann doch eher Hollywood Gespinste als das sie wirklich Realität sind. Ein Glück für uns und auch unseren Captain: Er wird weiterhin gebraucht!

Der Kontakt zum Endnutzer – Näher dran statt weiter weg

Wo vormals der Kunde weit weg von den eigenen Systemen agierte rückt dieser nun näher an das eigene Unternehmen heran. Auf unserer netzartigen Brücke können Wege eingerichtet werden, die unserem Kunden erlauben, näher und direkter mit uns zu arbeiten. Das kommt sowohl uns als auch dem Kunden selber zu Gute.

Geeignete Tools dafür sind z.B. der SCP Portal Service (Die abgespeckte Cloud Variante des SAP Enterprise Portals) oder maßgeschneiderte, nativ (iOS und Apple) ausgerollte Anwendungen für alle vorstellbaren, fachlichen Prozesse. Auch C/4HANA, ehemals SAP Hybris, spielt hier eine Rolle. Zu guter Letzt sei noch die Übernahme von Qualtrics durch die SAP Anfang des Jahres erwähnt, dessen SAP Jam (Social Media for Business), und viele weitere Aspekte.

Das neue SAP – Cloud first Development Organization

Die SAP hat in den letzten Jahren einen radikalen Strategiewechsel vollzogen. Die Cloud steht als Treiber von Innovation im Mittelpunkt. Cloud-first also. Dazu passt das Subscription-Modell, das die SAP zum Ausrollen der Services auf der SCP nutzt.
Die Vorteile, die von der SAP mit Nutzung der Cloud versprochen werden (Mehr Innovation, schnellere Time-to-Market, etc.) möchten sie dadurch auch selber erreichen. In diesem Zusammenhang wurden von Hasso Plattner auf der SAPPHIRE 2019 auch deutlich schnellere Release-Zyklen angekündigt. Natürlich mit dem gleichen Ziel: Mehr und schnellere Innovation.

Was kann das für on Premises Kunden bedeuten? Mehr Downtimes der Systeme, mehr Arbeitsaufwand, höhere Wartungskosten auf Grund von Releases oder aber Systeme, die nicht auf aktuellem Stand sind und deshalb Sicherheitsrisiken darstellen.

Was kann bzw. soll die Lösung sein? Laut SAP ist diese Antwort klar: Der Weg in die Cloud.

Fazit

Die SAP hat sich zu einem Cloud First Unternehmen entwickelt. Diese Richtung wurde schon von Bernd Leukert propagiert, als er noch für die SAP tätig war, und ist, so Hasso Plattner, klar und der einzige Weg nach vorne. Für alle, die SAP nutzen, sollte das ebenso klar sein. Dementsprechend denke ich, dass man diesen Weg als SAP Kunde auf jeden Fall mitgehen sollte und auf mittelfristige Sicht auch muss.

Ich denke, je länger man sich dieser Entwicklung verwährt, desto größer werden die Kosten (Stichwort Update-Rate) bzw. desto schneller wird man von Unternehmen in der Cloud abgehängt, die neue Möglichkeiten in der Cloud schneller und kostenärmer wahrnehmen können als Kunden, die weiterhin on Premises unterwegs sind.

On Premises wird weiterhin ein Thema sein und auch weiterhin von der SAP bedient werden. Aber nicht mehr mit oberster Priorität. Sehr gut vorstellen kann ich mir hier hybride Szenarien, wo ein Teil der Infrastruktur on Premises bleibt, ein Teil aber in die Cloud wandert. Guckt euch dazu gerne auch mein Webinar an, das mögliche Startszenarien mit der SCP darstellt, oder aber das Webinar von meinem Kollegen Rüdiger Lühr zum Thema Anwendungsentwicklung auf der SCP.

Habt ihr Fragen oder Meinungen dazu? Kein Problem, meldet euch einfach per Mail oder nutzt die Kommentarfunktion.

Soweit war’s das dann auch von mir. Bleibt mir nur noch zu sagen:
“Kieck mol wedder in!”

Über den Autor

Sebastian Kielhorn

Sebastian ist als SAP new Technology Berater bei Acando seit 2014 aktiv im Einsatz. "Mein Antrieb ist, dass sich mehr und mehr Firmen und Menschen mit den neuen SAP Technologien auseinandersetzen, damit sie von ihren zahlreichen Vorteilen profitieren können!"

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